Die Grundfähigkeits­versicherung

Eine Grundfähigkeitsversicherung schützt vor den finanziellen Konsequenzen aus der Einschränkung von grundlegenden Fähigkeiten, wie Sehen, Sprechen oder Gehen. Entsprechende Umstände führen oftmals in die Berufsunfähigkeit.

Ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund ungünstiger gesundheitlicher Voraussetzungen oder aus persönlichen finanziellen Gründen nicht möglich, bietet die Grundfähigkeitsversicherung einen alternativen Schutz.

Für wen lohnt sich eine Grundfähigkeitsversicherung?

Personen, die im Beruf vor allem körperliche Arbeit ausüben, können den Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen. Bei ihnen werden verhältnismäßig viele grundlegende Fähigkeiten beansprucht, sodass einerseits das Risiko einer Einschränkung höher ist und andererseits eine Einschränkung verhältnismäßig schneller in die Berufsunfähigkeit führen kann. Auch nicht-berufstätige Menschen wie Hausfrauen und Kinder können zum finanziellen Schutz gegen den Verlust von Grundfähigkeiten versichert werden, letztere mit besonders günstigen Prämien.

Werden Antragssteller wegen ihres Berufes oder aufgrund von Vorerkrankungen von der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen oder entscheiden sie sich aufgrund von Leistungsausschluss oder Risikozuschlag bewusst dagegen, bietet sich die Grundfähigkeitsversicherung als Alternative an. Prinzipiell kann sie als eigenständige Versicherung oder als Zusatzversicherung abgeschlossen werden.

Welche Beitragskosten sind zu erwarten?

Die Prämien einer Grundfähigkeitsversicherung können bis zu 40 Prozent günstiger ausfallen als die einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der individuelle Beitrag berechnet sich zunächst aus dem geschätzten Gesundheitsrisiko. Ein solches wird beispielsweise aus dem ausgeübten Beruf abgeleitet, wobei die Antragsteller in zwei verschiedene Gefahrengruppen unterteilt werden. Abgesehen davon fließen die vereinbarte Rentenhöhe sowie die Vertragsdauer als Faktoren zur Berechnung des Beitrags ein.

Welche Leistungen bietet eine Grundfähigkeitsversicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet in Form einer monatlichen Rente in vertraglich festgelegter Höhe. Diese wird entweder bis zum Ende der Beeinträchtigung oder für eine vereinbarte Versicherungsdauer ausgezahlt, gegebenenfalls sogar lebenslang.

Als Schutz gegen Inflation bieten manche Versicherungsgesellschaften eine Dynamik an, durch die sich sowohl die Beiträge als auch die Rente während der Vertragslaufzeit automatisch erhöhen. Enthält der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie, so kann bei Veränderungen der persönlichen Lebensumstände die versicherte Rente nachträglich erhöht werden. Beide Optionen schließen eine erneute Gesundheitsprüfung aus.

Was gilt als Versicherungsfall?

Eine Grundfähigkeitsversicherung führt Leistungsfälle mit konkreten Definitionen in einem Fähigkeitenkatalog auf. Dieser ist in der Regel in zwei Kategorien unterteilt. Die erste Kategorie listet die sogenannten Kardinalfähigkeiten auf, die zweite Kategorie umfasst die als weniger relevant geltenden Grundfähigkeiten.

Kategorie A bzw. Katalog 1

  • Sehen
  • Sprechen
  • Orientierung
  • Gebrauch der Hände

Kategorie B bzw. Katalog 2

  • Hören
  • Gehen
  • Knien
  • Stehen
  • Sitzen
  • Greifen
  • Treppensteigen
  • Autofahren
  • Bücken
  • Bewegung der Arme
  • Heben
  • Tragen

Einige Versicherer führen in einem dritten Katalog auch kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis oder Konzentration auf.

Der Versicherungsfall tritt ein, wenn mindestens eine Grundfähigkeit aus Katalog A oder drei Grundfähigkeiten aus Katalog B stark beeinträchtigt sind. Die Versicherungsgesellschaft erbringt die Leistung, wenn der Zustand der Einschränkung oder des Verlustes voraussichtlich oder nachweislich mindestens zwölf Monate lang andauert. Auch das Erreichen der Pflegestufe I wird von manchen Anbietern als Leistungsfall anerkannt.

Welche Besonderheiten oder Bedingungen sind zu beachten?

Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Antragsteller der Grundfähigkeitsversicherung mit einer Ablehnung oder erhöhten Beiträgen rechnen. Die Fähigkeit, einen Beruf auszuüben, hat zudem keinen Einfluss auf die Zahlung der Rente. Auch die Gründe für die Einschränkung sind irrelevant. So sind Beeinträchtigungen bedingt durch Alter, Erkrankung oder Verletzung mitversichert. Bei grober Fahrlässigkeit besteht allerdings kein Versicherungsschutz.

Worin unterscheiden sich Grundfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Grundfähigkeitsversicherung deckt die Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung nur teilweise ab, beinhaltet jedoch weniger strenge Kriterien zur Aufnahme eines Antragsstellers. Bedeutsame Unterschiede sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

Grundfähig­keits­versicherungBerufsunfähig­keitsversicherung
Leistung bei Einschränkung einer Grundfähigkeit unabhängig von BerufsfähigkeitLeistung nur bei Berufsunfähigkeit
Nachweisen der Einschränkung von Grundfähigkeiten relativ leichtNachweisen der Einschränkung von Berufsfähigkeit relativ schwierig
Keine Regelung zum Grad der EinschränkungVersicherungsfall in der Regel ab 50 Prozent Einschränkung
keine Versicherung psychischer KrankheitenVersicherung psychischer Krankheiten

Geprüfte Qualität

gepruefte-qualitaet-siegelUnser Angebot wird seit 2004 stetig verbessert.

Zitat

"Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung gehört zu den wichtigen Versicherungen, die jeder haben sollte. Sie bewahrt vor dem finanziellen Absturz, wenn jemand [...] nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann."

- Stiftung Warentest -

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