Asthma und Berufsunfähigkeit

6,2 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren sind von Asthma bronchiale betroffen, so das Robert-Koch-Institut. Das entspricht mehr als vier Millionen Personen in Deutschland. Viele von ihnen leiden bereits seit Jahren unter dieser Krankheit. Andere sind erst durch ihren Beruf an Asthma erkrankt.

Die Erkrankung schränkt Berufstätige nicht selten in ihrem Job ein. Dabei kann Asthma sogar zu Berufsunfähigkeit führen. Solange Betroffene mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt haben, sind zumindest finanzielle Engpässe infolge der Krankheit abgewendet. Die Absicherung gegen asthmabedingte Berufsunfähigkeit ist allerdings in den meisten Fällen nur möglich, wenn Versicherte im Vorfeld keine Anzeichen der Atemwegserkrankung gezeigt haben. Bereits an Asthma erkrankte Personen können daher nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Kompromissen abschließen.

Zu welchem BU-Grad kann Asthma führen?

Statistiken zufolge werden jedes Jahr rund 1.200 bronchienverengende Atemwegserkrankungen als Berufskrankheit anerkannt. Nur dann erhalten betroffene Angestellte umfassende Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Etwa drei Viertel der Fälle sind allergisch bedingt. So können zum Beispiel

  • Bäcker,
  • Feuerwehrleute,
  • Chemiearbeiter,
  • Reinigungskräfte und
  • Friseure

durch ihre berufliche Tätigkeit im Laufe der Zeit allergisch auf Mehl, Rauch, Reinigungs- oder Färbemittel reagieren und Asthma entwickeln. Mittlerweile gibt es mehr als 400 Stoffe, die dafür bekannt sind, Berufsasthma auszulösen.

Wenn der Beschäftige durch das berufsbedingte Asthma nur noch die Hälfte der ursprünglichen Zeit arbeiten kann, spricht man von einem BU-Grad von 50 Prozent. Je nach ausgeübtem Beruf kann Asthma auch zu einem weitaus höheren BU-Grad führen.  In einem anerkannten BU-Fall einer Friseurmeisterin hat die Atemwegserkrankung beispielsweise zu einem BU-Grad von 80 Prozent geführt.

Haben Beschäftigte schon vor Ausbruch der Krankheit eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, verhindert diese finanzielle Engpässe, die sonst durch den Wegfall des monatlichen Einkommens drohen, wenn Betroffene ihren Beruf aufgeben müssen. Gute Versicherer zahlen bereits die vereinbarte Leistung aus, wenn der Versicherte durch das berufsbedingte Asthma nur noch die Hälfte der ursprünglichen Zeit arbeiten kann, also ein BU-Grad von 50 Prozent besteht.

Welchen Einfluss hat Asthma auf den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Während Personen ohne Vorerkrankungen ganz unkompliziert eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, gilt dies für Menschen mit Asthma nicht. Dabei ist es ganz egal, unter welcher Form von Asthma sie leiden und ob sie im Freien oder am Schreibtisch beziehungsweise harte oder nur leichte körperliche Tätigkeiten ausüben. In der Regel ist der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung nur dann möglich, wenn Interessierte einen Mittelweg gehen.

Zu den Kompromissen gehört in den meisten Fällen, dass Leistungen bei Berufsunfähigkeit durch Asthma ausgeschlossen werden. Diese Entscheidung für eine Absicherung mit Abstrichen ist durchaus sinnvoll. Denn die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen wie eine Depression. Durch den Leistungsausschluss bleiben zwar Atemwegserkrankungen außen vor. Doch größere Risiken, die dazu führen können, dass Versicherte berufsunfähig werden, sind abgedeckt.

Neben dem Risikoausschluss sind auch Risikozuschläge möglich. Das bedeutet, Versicherte zahlen aufgrund ihrer Vorerkrankung mehr für die Berufsunfähigkeitsversicherung als gesunde Kunden. Unter Umständen kann dies die Absicherung jedoch unbezahlbar machen.

Tipp: Anonyme Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung stellen lassen

Für Personen mit Asthma kann es schwierig werden, eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Denn die Versicherer dürfen Bewerber ablehnen. Ist dies passiert, können die persönlichen Daten auf einer Art „Schwarzen Liste“ landen, dem Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft (kurz: HIS). Sind die Angaben zum Kunden dort einmal vermerkt, wird es in der Regel schwer, bei einem anderen Versicherer einen vergleichbaren Vertrag zu bekommen.

Um dies zu vermeiden, sollten Verbraucher mit Vorerkrankungen wie Asthma eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen. Hierbei prüft ein Versicherungsexperte, zu welchen Konditionen eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei verschiedenen Anbietern möglich wäre, ohne persönliche Daten zu nennen, die die Identität des Interessenten offenlegen würden. So erhöht sich die Chance, den wichtigen Schutz nach einer Ablehnung bei einer anderen Versicherung vereinbaren zu können.

Was ist Asthma?

Definition
Formen
Symptome
Behandlung
Vorsorgemöglichkeiten
Definition

Asthma oder auch Asthma bronchiale ist eine schwere und langanhaltende Lungen- beziehungsweise Atemwegserkrankung, die sich in einer chronischen Entzündung der Bronchien ausdrückt. Dadurch sind die Atemwege besonders empfindlich. Die Erkrankung kann sowohl Erwachsene als auch Kinder treffen und gehört zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Einer Studie des Global Asthma Network zufolge leiden mehr als 330 Millionen Menschen unter Asthma.

Formen

Es gibt zahlreiche Formen von Asthma, wobei generell zwischen allergischem und intrinsischem Asthma unterschieden wird. Beim ersten Typ sind Allergien der Auslöser für die Erkrankung. So können allergische Reaktionen auf Tierhaare, Hausstaubmilben oder Pollen die Krankheit hervorrufen. Meist beginnt diese Asthmaform bereits im Kindesalter, weil sie genetisch bedingt ist. Intrinsisches Asthma wird dagegen durch bestimmte Infektionen ausgelöst.

Weitere Auslöser für nahezu jede Form von Asthma sind beispielsweise

  • Tabakrauch
  • psychische Belastungen
  • Überanstrengung
  • Medikamente
  • Schadstoffe in der Luft

Insbesondere beim allergischen Asthma gibt es darüber hinaus einige Risikofaktoren, welche die Gefahr einer Erkrankung erhöhen:

  • Vorerkrankungen in der Familie
  • häufige Infekte
  • frühere Erkrankungen
  • übermäßige Hygiene
  • Kinder, die bei rauchenden Eltern aufwachsen oder bei der Geburt an Untergewicht leiden
Symptome

Typische Anzeichen für eine Asthma-Erkrankung sind Atemnot oder Kurzatmigkeit, ein beengtes Gefühl in der Brust, Husten sowie eine pfeifende Atmung. Meist treten die Symptome nachts oder in den Morgenstunden sowie in Schüben beziehungsweise Anfällen auf. Bei allergischem Asthma zeigen sich die Symptome bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem Auslöser.

Je nach Schwere der Erkrankung können Patienten zwischen den Anfällen nahezu beschwerdefrei sein oder dauerhaft mit Symptomen zu kämpfen haben. So leiden die meisten Erkrankten an Asthmaanfällen, andere dagegen an Dauerasthma. Dabei können Anfälle derart schwer ausfallen, dass der Betroffene an erheblichem Sauerstoffmangel leidet, Herzrasen bekommt und sogar das Bewusstsein verliert.

Behandlung

Besonders wichtig für die Behandlung ist es, die Asthma-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Eine vollständige Heilungsmöglichkeit besteht zwar nicht, denn Asthma ist eine chronische, also andauernde Erkrankung. Mit der richtigen Behandlung können Patienten dennoch voll leistungsfähig und beinahe beschwerdefrei leben. Sobald die Diagnose Asthma vorliegt, können Arzt und Patient dann nach einer geeigneten Behandlungsmethode suchen.

In den meisten Fällen wird Asthma durch Medikamente behandelt. Diese können dauerhaft oder nur nach Bedarf, zum Beispiel für Anfälle, verordnet werden. Neben der medikamentösen Therapie ist auch ein entsprechender Lebensstil hilfreich für die Behandlung. Dazu gehören:

  • Regelmäßig Sport treiben
  • Gesunde Ernährung und ein stabiles normales Körpergewicht
  • Atemtherapie
  • Entspannungstechniken
  • Raucherentwöhnung

Damit die Behandlung langfristig erfolgreich ist, sollten sich Patienten regelmäßig untersuchen und den Erfolg ihrer Behandlung kontrollieren lassen.

Vorsorgemöglichkeiten

Damit Menschen gar nicht erst zu Asthmatikern werden, können sie mit einigen Tipps vorbeugen. So sollten sie sich beispielsweise möglichst frühzeitig von ihrem Haustier trennen, wenn dieses bei ihnen eine Allergie hervorruft. Alternativ ist eine Immuntherapie ratsam, die auch bei Heuschnupfen-Pateinten hilfreich sein kann.

Personen, die bereits an Asthma erkrankt sind, sollten mögliche Auslöser umgehen, um Anfälle zu vermeiden. So kann es hilfreich sein, auf bestimmte Nahrungsmittel wie Milchprodukte zu verzichten und die körperliche sowie psychische Belastung zu reduzieren.

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gepruefte-qualitaet-siegelUnser Angebot wird seit 2004 stetig verbessert.

Zitat

"Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung gehört zu den wichtigen Versicherungen, die jeder haben sollte. Sie bewahrt vor dem finanziellen Absturz, wenn jemand [...] nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann."

- Stiftung Warentest -

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